Artur Doppelmayr

Gleichbedeutend als Wissenschafter wie als Unternehmer baute Arthur Doppelmayr den übernommenen kleinen väterlichen Betrieb zu einem Global Player aus. Mit großem Abstand ist die Doppelmayr-Gruppe mit Produktionsstandorten in Vorarlberg, Frankreich, Italien, Spanien, Kanada und neuerdings der Schweiz Österreichs größtes winteraffines Unternehmen. Der Weltmarktanteil bei Seilbahnen liegt bei 42 Prozent. Derzeit sind mehr als 8 000 Anlagen weltweit in Betrieb. Sein erstes Studium konnte er erst nach Kriegsteilnahme und US-amerikanischer Gefangenschaft an der Universität Graz beginnen.

Er beteiligte sich zusammen mit seinen Professoren an der Entwicklung des Studiums des Wirtschaftsingenieurs, zu dem er 1954 selbst graduierte. Doppelmayr gelang es nach und nach, die Märkte Süd- und Westeuropas, Skandinaviens, der USA, Kanadas und Chinas zu erobern. Den Schritt nach Japan setzte der Seilbahnhersteller 1977, wo er seitdem mehr als 1 600 Anlagen errichten konnte. Den russischen Markt bereitete Doppelmayr noch persönlich ab Beginn der 90er Jahre auf. Seit 1996 lehrt er an der staatlichen Moskauer Lomonossow Universität in Vorträgen das Know-how der Exportwirtschaft. Im Südural plante er ein ganzes Schigebiet nach seinem Credo, dass Umweltschutz und Naturschonung Vorrang haben müssen. Im Jahr 1992 zog sich Doppelmayr aus der Firmenleitung zurück und übernahm ein Mandat im Aufsichtsrat, das er bis zum Jahr 2001 ausübte.

Doppelmayr erfuhr eine Vielzahl von Auszeichnungen, so erhielt er unter anderem vom österreichischen Bundespräsidenten den Titel Professor. Nach seinem Rückzug aus dem aktiven Geschäftsleben im Jahr 1992 wandte er sich wieder umfassend der Wissenschaft zu und dissertierte im Alter von 75 Jahren nach ordentlichem Studium zum Thema Sicherheit von Seilbahnen.

Für seine Doktorarbeit analysierte er weltweit 250 Unfälle und Ereignisse im Zusammenhang mit diesem Verkehrsmittel. Doppelmayr wies nach, dass keine "großen" Ursachen für Unglücke verantwortlich gemacht werden können, da in den meisten Fällen eine Summierung von winzigen Details zum Unglück führte, die für sich alleine keinerlei Auswirkungen gehabt hätten. Technische Prävention und das Einbeziehen organisatorischer Vorkehrungen genügen nach Doppelmayrs Erfahrungen nicht, denn "Sicherheit muss über das Bisherige hinaus eine völlig andere, eine weibliche Richtung einbeziehen, die weder als übervorsichtig noch als überängstlich abgetan werden kann".