Peter Schuster

Der Wissenschafter ist Spezialist für die Berechnungen von Molekularstrukturen. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte liegt in der mathematischen Modellierung von Selektions- und Evolutionsstrategien in Populationen von Viren und Mikroorganismen.

Seine Beiträge zur Theorie der Wasserstoff-Bindungen brachten ihm 1973 die Berufung für das Ordinariat für Theoretische Chemie an der Universität Wien ein. Von 1992 bis 1995 war Schuster Gründungsdirektor des Instituts für Molekularbiologie in Jena, eines so genannten "Blaue-Liste- Instituts", das in den neuen deutschen Bundesländern mit starker staatlicher Unterstützung arbeitete. Derzeit ist er Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Schuster war auch gemeinsam mit Anton Zeilinger (Wilhelm-Exner-Medaillenträger 2005) einer der Proponenten, die sich für die geplante Elite-Uni engagierten. Sowohl Schuster als auch Zeilinger zogen sich nach der durch die Politik gefällten umstrittenen Standortentscheidung zugunsten Maria Gugging zurück.

Peter Schuster, der 1967 sub auspiciis praesidentis zum Dr.phil. promovierte, kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Spitzenforscher zurückblicken. Nach dem Chemie-Studium absolvierte er seine Post-doc-Jahre beim Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen, der 1967 gemeinsam mit Ronald George Wreyford Norrish und George Porter für die Studien über extrem schnell ablaufende chemische Reaktionen ausgezeichnet wurde. Schuster arbeitete bei Eigen im Max Planck Institut für Physikalische Chemie in Göttingen in den Jahren 1968 bis 1969 und habilitierte sich 1971 an der Universität Wien. Zwei Jahre später wurde Schuster zum Ordentlichen Professor ernannt. Im gleichen Jahr wurde er zum Vorstand des Instituts für Theoretische Chemie und Strahlenchemie an der Universität Wien ernannt, eine Position, die er bis heute mit einer Unterbrechung zwischen den Jahren 1992 und 1996 innehat.

Schuster erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so unter anderem 1983 den Erwin-Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, im Jahr 1993 das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst und im Jahr 1995 die Josef-Loschmidt- Medaille der Gesellschaft Österreichischer Chemiker sowie den renommierten deutschen Philip-Morris-Forschungspreis für seine molekularbiologischen Verfahren zur Gestaltung neuer Bio-Werkstoffe und Enzyme.