Ingeborg Hochmair-Desoyer

Exner Laureatin Ingeborg Hochmair-Desoyer studierte an der Technischen Universität Wien Nachrichtentechnik und schloss ihr Studium 1976 ab. Seit damals arbeitete sie zehn Jahre als Assistentin bei Exner-Medaillenträger Fritz Paschke (1977) am Institut für Allgemeine Elektrotechnik und Elektronik, wo sie 1979 promovierte. Bereits zu dieser Zeit interessierte sie sich für Geräte, mittels derer die Innenohrnerven stimuliert werden können.

Diese Forschungen führte sie von Beginn an gemeinsam mit ihrem Mann, Erwin Hochmair, durch, der mittlerweile an der Universität Innsbruck als Professor für Angewandte Physik tätig ist. Das Ehepaar entwickelte in Zusammenarbeit mit Karl Burian, Professor an der Wiener Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, implementierbare Multikanalelektroden, die die hörbare Welt mittels eines Sprachprozessors kodieren. Ziel war seit Beginn der Forschungsarbeiten, die Geräte komfortabler, kleiner und leistungsfähiger zu machen. Im Jahr 1988 kam es zur Gründung eines eigenen Unternehmens, der Medical Electronics (MED EL) in Innsbruck, wo Hochmair-Desoyer als geschäftsführende Gesellschafterin und technische Direktorin tätig ist. Das Unternehmen wächst ständig und ist mittlerweile globaler Technologieführer und einer der größten globalen Anbieter in dieser Sparte. Der Anteil von Ingeborg Hochmair-Desoyer bei den Forschungs- und Entwicklungsarbeiten lag sowohl in der Entwicklung der technischen Voraussetzungen als auch in der jahrelangen Zusammenarbeit mit tauben Menschen, die ihre Geräte versuchsweise gebrauchten.

Mittlerweile hat das Unternehmen auch die so genannte FineHearing Technologie entwickelt, bei der es vor allem darum geht, noch feinere Klangdetails und somit ein besseres, genaueres Hörerlebnis zu ermöglichen. Die Wichtigkeit und Verbesserung der Lebensqualität kann von Hörenden kaum nachvollzogen werden. Aus einem Patientenbericht lassen sich aber die, man möchte meinen, segensreichen Auswirkungen der von Ingeborg Hochmair-Desoyer entwickelten Geräte nachvollziehen. Eine Patientin schrieb nach dem ersten Test mit einem neuem Hörgerät, dass das Hörerlebnis überwältigend war, der Sprachklang vollkommen natürlich übermittelt wird und man fantastisch Musik hören, alle Instrumente erkennen kann und keine Verzerrungen oder metallischen Untertöne weder den Musikgenuss noch den Alltag stören.