Bruno Buchberger

Bruno Buchberger gründete im Jahr 1987 das Research Institute For Symbolic Computation (RISC) im oberösterreichischen Hagenberg. Er studierte an der Universität Innsbruck Mathematik und begründete mit seiner im Jahr 1966 fertig gestellten Dissertation die Theorie der Gröbner Basen und den Buchberger-Algorithmus. Seit 1974 ist er Ordentlicher Professor an der Universität Linz. Buchberger baute seine wissenschaftliche Karriere auf Grundlagenforschung auf, was ihn aber nicht davon abhält, auch im angewandten Bereich zu arbeiten.

Für die Industrie erstellte er unter anderem Software zur Steuerung von Maschinen und Robotern. Das RISC zeigte durch den Aufbau des Softwareparks Hagenberg, wie aus Grundlagenforschung wirtschaftlicher Erfolg entsteht. Grundlage aller praktischen Anwendungen, sei es in der Robotik oder der Kryptographie, sind mathematische Fragestellungen. Die Kernkompetenzen des RISC liegen in Symbolic Computation, die ein wichtiger Teil der algorithmischen Mathematik zur Ermittlung "exakter" statt "näherungsweiser" Lösungen mathematischer Probleme ist. Die derzeit international führende Fachzeitschrift in diesem Bereich ist das von Bruno Buchberger gegründete Journal of Symbolic Computation. Geplant ist der weitere Ausbau von Hagenberg. Die Stufe RISC II wird aus drei Elementen bestehen. Es existiert derzeit noch kein allgemein anerkannter Begriff für das, was geplant wird, da es sich um eine völlig neue Art der Grundlagenforschung handelt. Erster Teilschritt ist "computing by science", darunter ist beispielsweise das Rechnen mit Molekülen zu verstehen: die Prozesse in der Natur so zu verstehen, dass man sie auch zum Rechnen verwenden kann. Weiters arbeitete Buchberger zehn Jahre lang daran, aus einer mathematisch formulierten Problemstellung, beispielsweise wenn ein Roboter sich von A nach B zu bewegen hat und ein Hindernis erkennen muss, die Algorithmen, die zur Lösung erforderlich sind, automatisch abzuleiten.

Die Anwendungsmöglichkeiten dieses neuen Verfahrens sind nahezu unbegrenzt und werden dazu führen, dass die Mathematik selbst automatisiert wird. Dritter Teil wird die Entwicklung eines "Hagenberg Research Lifestyle" sein, der völlig neue Formen von Leben, Forschen und Lehren ermöglichen soll. Nur wenige Wissenschafter werden fix in Hagenberg unterrichten, denn geplant ist, internationale Spitzenforscher als Gastprofessoren auf Zeit zu verpflichten. Um für diese aber attraktiv zu sein, bedarf es des neuen Lifestyles.