Max L. Birnstiel

Max Birnstiel gelang es Grundlagenforschung und angewandte Forschung bis zur Produktreife miteinander zu verbinden. So gründete er mit Partnern 1997 in Wien das erfolgreiche Spin Off Intercell, wo er bis zum Jahr 2002 aktiv tätig war. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung von modernen prophylaktischen und therapeutischen Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten spezialisiert und mittlerweile am Markt etabliert.

Darüber hinaus betätigt sich Birnstiel auch als Business Angel wie derzeit bei dem jungen Wiener Unternehmen Affiris, das an einem Alzheimer-Impfstoff arbeitet. Birnstiel absolvierte das Studium der Naturwissenschaften an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, arbeitete nach der Promotion als Postdoc am California Institute of Technology in Pasadena. Daran anschließend war er ab 1963 an der University of Edinburgh Lecturer, Reader und Professor, danach von 1972 bis 1986 als Professor und Vorstand des Instituts für Molekularbiologie an der Universität Zürich tätig. 1986 übernahm er in Wien die Leitung des unter maßgeblicher Beteilung des damaligen Wissenschaftsministers und Wilhelm-Exner-Medaillenträgers Hans Tuppy (1978) neu errichteten Instituts für Molekulare Pathologie (IMP).

Max Birnstiel arbeitete zu dieser Zeit unter anderem an Methoden zur Entwicklung von Tumor-Vakzinen. Weiters leistete er bahnbrechende Arbeiten über molekulare Regelvorgänge bei der mit der Vereinigung der Geschlechtszellen beginnenden Keimentwicklung und über die gezielte Einführung von genetischem Material in Empfängerzellen. Während der knapp zehnjährigen Leitung Birnstiels entwickelte sich das IMP zu einem international führenden und anerkannten Forschungszentrum. In seiner Laudatio führte Tuppy an, dass mit dem IMP, welches aus einem Joint Venture des US-Gentechnik-Unternehmens Genentech und des deutschen Unternehmens Boehringer Ingelheim entstand, durch die Nähe zu Universitätsinstituten "ein befruchtender Rahmen für Forschung und Entwicklung" geschaffen werden konnte. Birnstiel, der wirkliches Mitglied der Akademie der Österreichischen Wissenschaften, korrespondierendes Mitglied der Schweizer Akademie für Medizin und Ethik ist sowie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle angehört, erfuhr zahlreiche Ehrungen, so erhielt er unter anderem den renommierten Schweizer Otto Nägeli-Preis und das Große Silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich.