Hellmut Fischmeister

Helmut Fischmeister studierte an der Universität Graz Physik, Mathematik und Chemie. Seine Dissertation schrieb er bei dem großen österreichischen Wissenschafter und Wilhelm-Exner-Medaillenträger des Jahres 1970 Otto Kratky. Er ging anschließend nach Schweden, wo er sowohl im Universitätsbereich als auch in der Wirtschaft Karriere machte.

Fischmeisters Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der Kristallographie anorganischer Verbindungen, der Pulvermetallurgie, im Bereich der Hartmetalle und Edelstahle sowie Hochtemperaturlegierungen, weiters in den Bereichen metallischer Verbundwerkstoffe sowie der inneren Grenzflächen in Werkstoffen. Er publizierte mehr als 250 Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften und vier Bücher. In Schweden begann er als Forschungsassistent am Institut für anorganische Chemie der Universität Uppsala, wo er sich auch im Jahr 1961 habilitierte und drei Jahre später als Professor für metallische Werkstoffe berufen wurde.

Seine akademische Karriere hinderte Fischmeister aber nicht, in der Industrie zu arbeiten. So war er Leiter der Gruppen Physik und Metallkunde im Entwicklungslabor von Ericsson, ebenso war er auch als Leiter der Pulvermetallurgie am schwedischen Institut für Metallforschung tätig. Weiters leitete er später auch die Forschungsabteilung im schwedischen Stahlwerk Söderfors. Im Jahr 1975 kehrte Fischmeister aufgrund einer Berufung an die Montanuniversität Leoben nach Österreich zurück. Diese Professur hatte er sechs Jahre inne, danach wechselte er zur Max-Planck-Gesellschaft, wo er Direktor des Instituts für Werkstoffwissenschaften in Stuttgart wurde. Im Jahr 1993 erfolgte von der Technischen Universität Graz seine Bestellung zum Honorarprofessor am Institut für Werkstoffkunde, Schweißtechnik und Spanlose Formgebungsverfahren.

Zur Bedeutung der Grundlagenforschung erklärte Fischmeister anlässlich des Wissenschaftsforums im österreichischen Parlament 1995, um Innovationen entstehen lassen zu können, müsse man auf einem Forschungsgebiet immer präsent sein, unabhängig davon, ob im Moment ein Nutzen daraus gezogen werden kann oder nicht. Für seine erfolgreichen Forschungen bekam Fischmeister zahlreiche Auszeichnungen. Er erhielt Ehrendoktorate der Königlichen TH Stockholm und der TU Graz. Darüber hinaus ist er Mitglied der Schwedischen Akademie der Ingenieurwissenschaften und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.