Herwig Schopper

Der Exner-Laureat zählt zu jenen Wissenschaftern, die als Grundlagenforscher über den Ursprung der Materie Erkenntnisse sichten. Wie Schopper einmal formulierte, führt die Erforschung des Allerkleinsten zum Verständnis des Allergrößten, nämlich des Universums. Der langjährige Generaldirektor, er übte die Funktion zwischen 1981 und 1986 aus, des Europäischen Zentrums für Elementarteilchenforschung CERN in Genf beschrieb die Tätigkeit des CERN als eine Wiederholung des Big Bang. Es bietet die technischen Voraussetzungen, so hohe Energiekonzentrationen erzeugen zu können, wie Milliardstel Sekunden nach dem Big Bang existiert haben. Als sich der Kosmos danach ausdehnte, die Temperatur geringer wurde, formten sich daraus Teilchen und Atome, Sterne, Planeten und später auch der Mensch.

Das CERN ist auch ein gutes Beispiel dafür, welche angewandten Ergebnisse Grundlagenforschung zu liefern imstande ist, denn in Genf wurde das World Wide Web geschaffen. Schopper studierte an der Universität Hamburg Physik und promovierte 1950. Vier Jahre später habilitierte er sich an der Universität Erlangen. Im Jahr 1958 erfolgte die Berufung zum Außerordentlichen Professor an der Universität Mainz, wo er gleichzeitig die Leitung des Instituts für Kernphysik übernahm. 1960 wurde er Ordentlicher Professor der Technischen Hochschule Karlsruhe sowie Leiter des dortigen Instituts für Experimentelle Kernphysik und des Kernforschungszentrums Karlsruhe. Er war bereits zwischen 1966 und 1967 Gastprofessor beim CERN, wo er 1970 bis 1973 auch als Direktoriumsmitglied und Leiter der Kernphysikalischen Abteilung tätig war.

1973 erfolgte eine Berufung an die Universität Hamburg. Darüber hinaus übernahm er in Hamburg den Direktoriumsvorsitz beim Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY), den er bis 1981 ausübte. Die Berufung zum Generaldirektor des CERN in Genf erfolgte 1980 und Schopper wurde alleiniger Nachfolger der beiden Generaldirektoren John B. Adams (Verwaltung) und Leon van Hove (Forschung).

Herwig Schopper wurde vielfach ausgezeichnet, so erhielt er unter anderem den Physik-Preis der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, die Carus-Medaille der Deutschen Akademie der Naturforscher Leo poldina, deren Mitglied er ist. Weiters wurde er zum Ehrendoktor der Universität Erlangen ernannt, erhielt 1984 den Golden Plate Award der American Academy of Achievement und die Niels-Bohr-Medaille der UNESCO.