Karl Schlögl

Wiewohl Karl Schlögl in den 50er Jahren Angebote aus der Industrie hatte, entschied er sich für eine Tätigkeit als Wissenschafter mit dem Schwerpunkt auf der organischen Chemie. Er blieb aufgrund einer Asthma-Erkrankung von der Wehrmacht verschont, studierte ab 1943 an der Wiener Universität und promovierte im Jahr 1950. Unter anderem hörte er damals auch Vorlesungen bei Ernst Späth, dem Wilhelm-Exner- Medaillenträger des Jahres 1937.

In der Zeit zwischen 1954 und 1955 war Schlögl im Rahmen eines British Council Scholarship an der University of Manchester, wo er sich mit metallorganischen Verbindungen beschäftigte, die auf den Beziehungen zwischen anorganischer und organischer Chemie aufbauen. Nach seiner Rückkehr aus Großbritannien arbeitete er als Assistent am Institut für Organische Chemie der Universität Wien. Aufgrund seiner neuen Kenntnisse richtete er eine Forschungsgruppe ein, die sich mit metallorganischen Verbindungen, aber auch dem räumlichen Bau der Moleküle, der Stereochemie, beschäftigte. Schlögls Forschungsaktivitäten führten in Folge zu einer Zusammenarbeit mit Vladimir Prelog (1906-1998), der 1975 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Schlögl arbeitete aber auch mit Otto Kraupp, Wilhelm-Exner-Medaillenträger des Jahres 1973, zusammen, was zur Entwicklung von pharmazeutischen Wirkstoffen führte, die erfolgreich zur Durchblutungssteigerung von Herz und Gehirn zum Einsatz kamen.

Ende der 50er Jahre habilitierte sich Karl Schlögl und wurde elf Jahre später zum Außerordentlichen Professor ernannt, 1971 zum Ordentlichen Professor und Ordinarius des Instituts für Organische Chemie. Nach drei Jahren erfolgte die Ernennung zum Institutsvorstand. Die 1977 neu geschaffene Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien wählte Schlögl zu ihrem ersten Dekan. Nach seiner Emeritierung engagierte sich Karl Schlögl in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, als deren Generalsekretär er in den Jahren 1991 bis 1995 tätig war.

Karl Schlögl publizierte im Verlauf seiner wissenschaftlichen Karriere mehr als 200 Arbeiten und ist Inhaber von vier Patenten. Er erfuhr für sein Werk zahlreiche Ehrungen. So erhielt er unter anderem den Erwin Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, den Preis für Naturwissenschaften der Stadt Wien und er ist darüber hinaus auch Ehrenpräsident der Gesellschaft Österreichischer Chemiker.