Ernst Fiala

Zu den großen österreichischen Konstrukteuren, die die Entwicklung des Automobilbaus vorantrieben, zählt auch Ernst Fiala, dem rund 100 Patente erteilt wurden. Er begann seine Berufslaufbahn als Versuchs- und Entwicklungsingenieur bei der Daimler- Benz AG in Sindelfi ngen und war vor seinem Wechsel als Ordinarius an das Institut für Kraftfahrzeuge der Technischen Universität Berlin 1963 Leiter der Entwicklungsabteilung für Pkw-Aufbauten. Dort wurde er im Jahr 1970 auch mit Leitung des Technischen Prüfzentrums für Kraftfahrzeuge betraut.

Während seiner Zeit an der Universität kam Fialas Fähigkeit, komplexe technische Vorgänge in einem leichten Plauderton zu erklären, besonders zur Geltung. Im Jahr 1970 wechselte Ernst Fiala zur Volkswagenwerk AG, wo er den Zentralbereich Forschung übernahm. Drei Jahre später ernannte ihn VW für diesen Aufgaben bereich zum Vorstandsmitglied. Im Jahr 1974 kam der VW-Golf auf den Markt, der zu einem der erfolgreichsten Modelle der Auto mobilgeschichte wurde. Während dieser Zeit erweiterte er die Produktpalette, entwickelte den Drei-Wege-Katalysator, führte Dieselmotoren für Mittelklassewagen und den spurstabilisierenden negativen Lenkrollradius ein.

Im Jahr 1988 zog sich Fiala von VW zurück und wandte sich wieder dem wissenschaftlichen Arbeiten zu. In Folge erschien 1990 das von ihm verfasste Buch "Wieviel Auto braucht der Mensch", in dem er sich gegen Technik- und Wachstumsskepsis aussprach, anstelle der Grenzen des Wachstums "Wachstum ohne Grenzen" propagierte und zu wenig Wettbewerb für die Armut verantwortlich machte. Als Berater blieb er nach seiner Pensionierung VW weiter verbunden. Fiala lehrt weiters bis heute als Honorarprofessor an der Technischen Universität Wien. Er kehrte damit an jene Institution zurück, wo er auch seine Ausbildung absolvierte. Bereits nach der Diplomprüfung war er zwischen 1952 und 1954 als Assistent am Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrwesen tätig. 1954 promovierte er mit einer Arbeit über Seitenführungskräfte am rollenden Luftreifen. Diese Arbeit rief bereits kurz nach ihrem Erscheinen großes Interesse bei der Automobilindustrie hervor und begründete seinen Ruf als Konstrukteur.

Aufgrund seiner großen Verdienste um den Automobilbau wurde Ernst Fiala vielfach geehrt, so erhielt er die Ehrendoktorwürden der Universitäten Heidelberg und Kragujevac (Serbien) und das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich.