Adolf Birkhofer

Der Name Adolf Birkhofer ist eng mit einer vorausschauenden Konzeption der Reaktorsicherheit verbunden. In einer seiner zahlreichen Funktionen war er auch mehr als drei Jahrzehnte Mitglied der Deutschen Reaktor-Sicherheitskommission. Fragen der Reaktorsicherheit lassen sich aufgrund ihrer Komplexität nur interdisziplinär lösen, was sich auch an der Vielfältigkeit von Birkhofers wissenschaftlichen Arbeiten zeigt.

In rund 200 Veröffentlichungen publizierte er Forschungen über Reaktorphysik bis zum Gebiet der probabilistischen Sicherheitsanalyse, die eine in drei Stufen gegliederte wahrscheinlichkeitstheoretische Risikountersuchung von Reaktoren möglich macht. Internationale Anerkennung fand Birkhofer unter anderem auch durch die Deutsche Risikostudie Kernkraftwerke, die er federführend erstellte. Insbesondere war er aber auch an internationalen Entwicklungen wie den deutsch-französischen Sicherheitsanforderungen von Druckwasserreaktoren beteiligt, die ihren Niederschlag bei der Konzeption des Europäischen Druckwasserreaktors fanden.

Adolf Birkhofer studierte Elektrotechnik an der TH München und war danach bei Siemens und Halske und später beim Technischen Überwachungs-Verein Bayern tätig. 1963 wechselte er zum Institut für Mess- und Regelungstechnik der TH München, wo er das Laboratorium für Reaktorregelung und Anlagensicherung (LRA) aufbaute. Im Jahr 1964 promovierte er an der Universität Innsbruck und habilitierte sich ein Jahr später an der TH München, wo er 1967 als Außerordentlicher, 1971 als Ordentlicher Professor berufen wurde. Dort baute er das Laboratorium für Reaktorregelung und Anlagensicherung auf, das unter anderem auch auf Birkhofers Betreiben 1977 mit dem Institut für Reaktorsicherheit Köln zur Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit vereinigt und von ihm bis zum Jahr 2001 geleitet wurde.

Er ist auch nach seiner Emeritierung aktiv, um den durch den politischen Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland bedingten Verlust an wissenschaftlicher Kompetenz so gering wie möglich zu halten. Seine Reputation im In- und Ausland hat sich in einer Vielzahl von Ehrungen und Berufungen in internationale Gremien niedergeschlagen. So ist er unter anderem Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst und sowie Chevalier der französischen Ehrenlegion.