Edmund Hlawka

In seinem Fach gilt der Mathematiker Edmund Hlawka als einer der einfl ussreichsten österreichischen Wissenschafter der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er beschäftigte sich vorrangig mit der Geometrie der Zahlen, der Theorie der Gleichverteilung, Bereiche, die heute unter dem Titel Zahlen theoretische Analysis zusammengefasst werden. Darüber hinaus liegt ein weiterer Arbeitsschwerpunkt bei der Philosophie und Geschichte der Mathematik.

Der Exner-Laureat studierte an der Universität Wien unter anderem bei Kurt Gödel (1906-1978) und promovierte 1938. Seine Dissertation erstellte er "Über die Approximation von zwei komplexen inhomogenen Linearformen". Von 1938 bis 1941 war er wissenschaftliche Hilfskraft, danach bis 1948 Assistent. Während dieser Zeit arbeitete er an der von Hermann Minkowski (1864-1909) begründeten Geometrie der Zahlen. Diese entwickelte er weiter und der von ihm dazu veröffentlichte Satz wird seither als Satz von Minkowski-Hlawka bezeichnet. Hlawka habilitierte sich im Jahr 1944 und wurde ein Jahr später Dozent. Im Februar 1948 erfolgte seine Ernennung zum Ordentlichen Professor an der Universität Wien. Im Studienjahr 1955/56 war er Dekan und 1956/57 Prodekan der alten philosophischen Fakultät und 1976/77 erster Dekan der neuen naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Eine Berufung an die Universität Freiburg lehnte er 1964 ab.

Ab dem Jahr 1981 bis zu seiner Emeritierung 1987 arbeitete er als Ordentlicher Professor am Institut für Analysis, Technische Mathematik und Versicherungsmathematik der Technischen Universität Wien. Hlawka übernahm während seiner gesamten Laufbahn eine Vielzahl von Gastprofessuren, so unter anderem am Institute for Advanced Studies in Princeton, am California Institute of Technology in Pasadena, an der Pariser Sorbonne und an der ETH Zürich.

Hlawka publizierte mehr als 170 Arbeiten und ist Autor von zehn Büchern. Er ist Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und wurde vielfach ausgezeichnet. So erhielt er unter anderem Ehrendoktorate von den Universitäten Wien, Graz, Salzburg und Erlangen sowie von der Technischen Universität Graz; weiters das Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaften der Republik Österreich, den Erwin Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und das Große Goldene Ehren zeichen für Verdienste um die Republik Österreich.