Anton Pischinger

Der Grazer Motorenwissenschafter Anton Pischinger war durch sein Engagement maßgeblich am Wiederaufbau des österreichischen Motorenbaus, insbesondere des Dieselmotors, nach 1945 beteiligt. Sein wissenschaftliches Lebenswerk auf dem Gebiet der Gemischbildung und Verbrennung von Motoren zeitigte lang anhaltende Impulse nicht nur bei den Diesel-, sondern auch bei Ottomotoren.

Gemeinsam mit dem Grazer Motoren-Experten Hans List (Wilhelm-Exner-Medaille 1971) war er maßgeblich an der Entwicklung der ersten Motoren der Jenbacher Werke AG beteiligt. In der Halleiner Niederlassung der Friedmann und Meier AG entwickelte Pischinger das erste österreichische Dieseleinspritzsystem. Pischinger studierte an der Technischen Hochschule Graz Maschinenbau. Er, der schon die Matura mit Auszeichnung bestanden hatte, legte auch die zweite Staatsprüfung mit Auszeichnung ab und arbeitete danach in dem von List geführten Institut für Thermodynamik und Verbrennungskraftmaschinen, wo er auf Anregung Lists ein schrittweises Verfahren zur Behandlung instationärer Druckvorgänge beim Ladungswechsel im Motor und Einspritzsystem entwickelte. Die Promotion erfolgte 1932 und bereits im Jahr 1935 habilitierte sich Pischinger für das Fach Wärmekraftmaschinen an der Technischen Hochschule Graz.

Danach ging er nach Deutschland und arbeitete bei Klöckner- Humboldt-Deutz in Köln. Im Jahr 1942 kehrte Pischinger nach Graz zurück, da Hans List eine Berufung an die Technische Hochschule Dresden erhielt. Pischinger folgte ihm als Ordinarius des Grazer Instituts. Im Studienjahr 1948/49 war er Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Elektrotechnik und 1968/69 Rektor der Technischen Hochschule Graz. Anton Pischinger war auch nach seiner Emeritierung, die im Jahr 1972 erfolgte, in Lehre und Forschung weiter aktiv.

Im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere wurde er Mitglied der Österreichischen und der Deutschen Akademie der Wissenschaften. Für seine herausragenden Leistungen wurde der Motorenforscher vielfach geehrt, so erhielt der Inhaber einer Vielzahl von Patenten unter anderem das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern sowie den Ehrenring des Landes Steiermark, den Ehrenring der Stadt Graz und ein Ehrendoktorat der Technischen Universität Wien.