Otto Hittmair

Der spätere Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1987-1991), Otto Hittmair, erhielt bereits zu Beginn seiner Karriere in den späten 40er Jahren die Gelegenheit mit dem Nobelpreisträger des Jahres 1933, Erwin Schrödinger (1887-1961), in Irland zusammenzuarbeiten. Gemeinsam mit ihm veröffentlichte er eine Arbeit über eine vereinheit lichte Feldtheorie. Hittmair, der 1942 mit Auszeichnung maturiert hatte, studierte unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg Physik und Mathematik an der Universität Innsbruck.

Er schloss das Studium nach seinem Forschungsaufenthalt bei Schrödinger im Jahr 1949 sub auspiciis ab. Daran anschließend ging er an die Universität Basel und 1951 als Fulbright Stipendiat an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Am MIT entwickelte Hittmair eine Theorie über die Richtungsverteilungen von Kernreaktionen, die Grundlage dafür wurde, wichtige Eigenschaften der betreffenden Atomkerne ermitteln zu können. Im Jahr 1952 ging Hittmair bis 1954 nach Paris an das Institut Poincaré und habilitierte sich während seiner Pariser Zeit an der Universität Innsbruck für theoretische Physik.

Hilfreich für den Wechsel nach Frankreich war auch eine Empfehlung Alfred Kastlers (Nobelpreis 1966, Wilhelm-Exner- Medaillen träger 1979). Zwischen 1954 und 1958 arbeitete er in australischen und argentinischen Forschungseinrichtungen. Forschungsschwerpunkt nach seiner Rückkehr nach Österreich war weiter die theoretische Kernphysik, insbesondere die Kernreaktionen. Otto Hittmair begann als Mitarbeiter am Atominstitut der Österreichischen Universitäten und wurde 1960 zum Vorstand des Instituts für Theoretische Physik der Technischen Hochschule Wien berufen.

Während seiner Wiener Zeit beschäftigte er sich unter anderem auch mit der Quantentheorie und der Supraleitung. Hittmair war während seiner wissenschaftlichen Karriere im Studienjahr 1968/1969 Dekan der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der TH Wien und zwischen 1977 und 1979 Rektor der Technischen Universität Wien. Hittmair erhielt für seine Verdienste von der TU Wien die Johann Joseph Ritter von Prechtl-Medaille, den Erwin Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied er seit 1970 war, sowie den Wissenschaftspreis für Naturwissenschaft der Stadt Wien und das Ehrendoktorat der Universität Budapest.