Fritz Paschke

Eines der legendären Projekte, deren Erfolg auf Fritz Paschke beruhte, war der Mariner IV Flug um den Mars; Paschke war Leiter jener Gruppe von Technikern, die einen wesentlichen Anteil am Erfolg hatten, weil es ihm gelang, die Lebensdauer einer Scheibentriode beträchtlich zu erhöhen. Zeit seines Forscherlebens war er zuerst an der Weiterentwicklung von Elektronenröhren und später in der Festkörperelektronik engagiert.

Darüber hinaus trug er auch wesentlich dazu bei, den Wirtschaftsstandort zu stärken. Beispielsweise gehen auf seine Initiativen Betriebsansiedlungen zurück, durch die rund 1 000 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Paschke, der an den technischen Hochschulen in Graz und Wien studierte, bereits während des Studiums als Assistent arbeitete, ging nach seiner Promotion im Jahr 1955 in die USA. Dort forschte er mehr als fünf Jahre im David Sarnoff Research Center der Radio Corporation of America. In den USA wies er als Erster das nichtlineare Verhalten von Elektronenstrahlröhren nach und schuf dadurch neue Grundlagen für die Konstruktion von Verstärkern. Für diesen Forschungserfolg wurde er 1960 mit dem RCA Laboratories Award für "Major Contributions to the Nonlinear Theory of Electron Beams" ausgezeichnet. Im Jahr 1961 wechselte er zur Siemens AG nach München, wo er 1966 als Entwicklungsleiter des Röhren-Werkes tätig war. Bereits 1965 erfolgte seine Berufung an die Technische Hochschule Wien, er wurde dort zum Ordinarius des Instituts für Allgemeine Elektrotechnik bestellt.

Aber auch in der Forschungs- und Universitätspolitik engagierte sich Paschke, denn er war in zwischen 1974 und 1982 Vizepräsident des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und in den Jahren 1971 bis 1976 Prorektor und Rektor der TU Wien. Weiters engagierte er sich auch ab 1978 als Geschäftsführer der Wilhelm- Exner-Stiftung und war maßgeblich am Aufbau der Gesellschaft für Mikroelektronik (GMe) beteiligt.

Fritz Paschke erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen, so verlieh ihm die TU Budapest ein Ehrendoktorat, seit 1977 ist er wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und im gleichen Jahr wurde ihm das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und der Große Österreichische Staatspreis für Forschungspolitik sowie im Jahr 1988 der Erwin Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften verliehen.