Peter Klaudy

In der Elektrotechnik gilt Peter Klaudy als Pionier, denn auf ihn geht die Hochleistungsübertragung mit supraleitenden Kabeln zurück. Schon im Jahre 1965, zu einer Zeit als noch niemand an eine solche Möglichkeit dachte, schlug Klaudy erstmals auf einer Fachtagung in Houston die Entwicklung und den Einsatz von supraleitenden Hochleistungskabeln vor. Supraleitfähigkeit bedeutet eine nahezu unbegrenzte elektrische Leitfähigkeit, die sich bei einigen Metallen und Legierungen in der Nähe des absoluten Nullpunktes ergibt.

Der Leiter aus Niobium wird mit Helium auf etwa - 267 Grad abgekühlt und liegt in einem Kälteschutzsystem, das aus konzentrisch gewellten Rohren besteht. Im Jahr 1979 wurde der erste Prototyp im steirischen Kraftwerk Arnstein erprobt. Klaudys Entwicklung erregte sofort großes Interesse, noch während der Entwicklungs phase und Tests mit einem 50 Meter langen Kabel im Grazer Labor nahmen bereits namhafte Unternehmen wie Westinghouse Kontakt mit ihm auf. Peter Klaudy studierte vor dem Zweiten Weltkrieg an der Technischen Hochschule Wien Elektrotechnik, ging danach in die USA zu den Standard Laboratory der Western Electric Company in Chicago und arbeitete nach seiner Rückkehr nach Europa bei Felten & Guilleaume in Deutschland. Im Jahr 1932 kam er wieder nach Österreich zurück, um an der Technischen Hochschule Wien seine Dissertation zu vollenden.

Zwei Jahre später gründete Klaudy eine Firma in Südafrika, die er bis 1938 betrieb. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er bei der Deutschen Reichsbahn in Salzburg und München und gründete nach Kriegsende in Zirl die Elektrotechnische Versuchsanstalt für die Österreichischen Bundesbahnen. 1950 erfolgte die Berufung zum Ordentlichen Professor für Grundlagen der Elektrotechnik und der Theoretischen Elektrotechnik nach Graz, wo er im Jahr 1973 emeritiert wurde. Zwischen 1963 und 1977 übernahm er zusätzlich die Leitung der Grazer Anstalt für Tieftemperaturforschung, die er zu einem international bekannten Forschungszentrum ausbaute.

Als erfolgreicher Forscher war der Elektrotechniker Peter Klaudy auch ein gefragtes Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften. So war er unter anderem Mitglied der Österreichischen und der Rheinisch Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Unter den zahlreichen Auszeichnungen, die er erhielt, sind das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark und des Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich besonders zu erwähnen.