Otto Hromatka

Der Exner-Laureat war Erfi nder eines neuen Verfahrens zur Essigherstellung, das die jahrhundertelang gebräuchliche Herstellungsweise weltweit ersetzte. Speiseessig wurde früher aus alkoholhaltigen Getränken so hergestellt, dass sich die Essigbakterien hautbildend an der Oberfl äche der Flüssigkeit ansiedelten. Grundlegende Verbesserungen dieses Verfahrens war die Schaffung einer großen Oberfl äche durch Füllkörper wie beispielsweise Buchenholzspäne, über die die alkoholhaltige Flüssigkeit im Umlauf gepumpt wurde.

Das neue Verfahren wurde zwischen 1945 und 1946 von Hromatka und H. Ebner in der Weinessigfabrik in Traun entwickelt. Er erfand die submerse Essigsäure, bei der die Essigbakterien gleichmäßig in der Maische verteilt sind, während die zur Lebensfähigkeit der Essigbakterien und zur Oxydation des Äthylalkohols zu Essigsäure nötige sauerstoffhaltige Luft in feinsten Bläschen durch die Maische perlt. Wegen der großen Vorteile des neuen Verfahrens, das durch ein österreichisches Prioritätspatent und weitere 21 Auslandspatente geschützt wurde, war die weltweite Essigindustrie gezwungen, ihre Produktionsprozesse auf das von Otto Hromatka erfundene Verfahren umzustellen.

Er studierte an der Universität Wien Chemie und war nach Abschluss seines Studiums von 1927 bis 1929 wissenschaftliche Hilfskraft an der Wiener Universität. Danach war er bis 1930 als Chemiker bei der polnischen Emailfabrik Olkusg tätig und wurde im Jahr 1931 Privatassistent von Ernst Späth, Professor für Chemie an der Technischen Hochschule Wien (Wilhelm-Exner-Medaille 1937). 1931 wechselte er zum Pharmaunternehmen E. Merck nach Darmstadt, von wo er im Jahr 1941 als Assistent an die Universität Wien zurückkehrte. In Wien wurde er 1942 Dozent für Organische Chemie, 1951 zum Außerordentlichen Professor und 1963 als Ordentlicher Professor an die TH Wien berufen. Otto Hromatka entwickelte auch eine Reihe von Heilmitteln, krampfl ösende Mittel und Beruhigungsmittel, und auch ein neues verbessertes Verfahren zur Herstellung von Vitamin E.

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften verlieh ihm den Rudolf Wegscheider-Preis und wählte ihn zum korrespondierenden Mitglied. Er war Mitglied des Editorial Advisory Board des Journal of Medicinal and Pharmaceutical Chemistry, New York- London und bekleidete das Amt des Vizepräsidenten bei dem Verein der österreichischen Chemiker.