Adolf Slattenschek

Vom Österreichischen Gewerbeverein erfuhr der Exner-Laureat die Auszeichnung für seine Verdienste, die er sich um die Materialprüfung erworben hatte. In der Begründung wurden seine Arbeiten über die Oberfl ächenhärtung der Stähle und über die Schweissarbeit und Sprödbruchneigung von Großbaustählen für geschweißte Konstruktionen besonders hervorgehoben, denn Slattenscheks Forschungen und Innovationen trugen wesentlich zur Beschleunigung der Prozesse im Baugewerbe bei.

Adolf Slattenschek studierte an der Technischen Hochschule Graz Maschinenbau und schloss sein Studium im Jahr 1926 mit dem Dipl.-Ing. ab. Danach nahm er eine Assistentenstelle an der Lehrkanzel für Mechanische Technologie, Werkzeugmaschinen und Festigkeitslehre an der Technischen Hochschule Graz an und arbeitete zur gleichen Zeit auch an der zur Technischen Hochschule gehörenden Grazer Versuchsanstalt. Sieben Jahre später promovierte er und bereits 1933 erfolgte die Habilitation. Im Jahr 1935 avancierte er zum stellvertretenden Leiter der Grazer Versuchsanstalt und wechselte kurz danach zur Materialprüfungsanstalt Stuttgart, wo er bis 1937 tätig war. In Stuttgart war er auch bis 1945 Leiter der Werkstoff-Forschung bei Hirth-Motoren.

Nach Kriegsende kehrte Slattenschek in die Steiermark zurück und gründete dort sein eigenes Unternehmen, die "Maschinen- u. Apparatebau Dr. A. Slattenschek" in Liezen. Bereits im Jahr 1949 erfolgte die Berufung zum Außerordentlichen Professor und Vorstand des Institutes für Mechanische Technologie und Werkzeugmaschinen an der Technischen Hochschule Graz. Im Studienjahr 1951/1953 war er in Graz Dekan der Fakultät für Maschinenwesen. Im Jahr 1952 erfolgte Adolf Slattenscheks Berufung, der er im Wintersemester 1953 Folge leistete, an die Technische Universität Wien zum Ordinarius und zum Vorstand des Institutes für Mechanische Technologie und Baustoffl ehre sowie der hochschuleigenen Technischen Versuchs- und Forschungsanstalt. Im Studienjahr 1960/61 wirkte er als Rektor an der TH Wien. Darüber hinaus war er auch an der Erstellung des Lueger-Lexikons der Technik mit mehr als 40 Originalarbeiten beteiligt.

Slattenschek wurde vielfach ausgezeichnet, so erhielt er unter anderem das Ehrendoktorat der Technischen Universität Stuttgart, die Adolf Martens-Gedenkmünze, das Große Silberne Ehren zeichen für Verdienste um die Republik Österreich und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.