Fritz Regler

In Wilhelm Exner fand Fritz Regler einen Mentor, der ihn 1929 bei der Gründung der Versuchsanstalt für Röntgentechnische Materialuntersuchung unterstützte. Nämlich dahingehend, dass Exner die Autorisierung der Versuchsanstalt veranlasste. Bei der Gründung dieser Anstalt war Regler nicht nur in seiner Eigenschaft als Wissenschafter engagiert, sondern er betätigte sich dabei als Unternehmer, da die Gründung auf eigenes Risiko erfolgte.

Regler hatte zu dieser Zeit bereits bahnbrechende Untersuchungen getätigt und die von ihm entwickelten zerstörungsfreien Werkstoffprüfungsverfahren hatten auch internationale Anerkennung gefunden. Regler publizierte mehr als 90 Arbeiten und sieben Bücher, darunter auch 1937 das damalige Standardwerk "Grundzüge der Röntgenphysik". Besonders erwähnenswert sind seine röntgenspektroskopischen Arbeiten, die zur Konstruktion des Ringfilm-Rückstrahl-Verfahrens führten. Im Jahr 1966 erschien ein Lehrbuch "Einführung in die Physik der Röntgen- und Gammastrahlen", in dem er Erkenntnisse seiner mehr als vierzigjährigen Lehr- und Forschungstätigkeit zusammenfasste.

Besondere Verdienste erwarb sich Regler bei der Gründung des Atominstituts der österreichischen Hochschulen, das heute unter dem Namen Atominstitut der Österreichischen Universitäten geführt wird, weiters bei der Gründung des Instituts für Hochenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und um den Beitritt Österreichs zur Europäischen Kernforschungsgemeinschaft CERN in Genf sowie um die österreichische Beteiligung an dort unternommenen Großforschungsprojekten. Regler, der sich 1933 an der Technischen Hochschule Wien habilitiert hatte, wurde nach Schließung der Versuchsanstalt im Jahr 1938 an die Berg akademie Freiberg in Sachsen berufen. Dort war er 1945 auch Rektor und kehrte 1947 nach Wien an die Technische Hochschule zurück, an der er zwischen 1952 und 1954 Dekan und im Studienjahr 1958/59 Rektor war. Regler erfuhr vielfache Auszeichnungen, so erhielt er unter anderem 1962 das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1972 bekam er den Erwin Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und 1973 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. 1974 verlieh ihm die Universität Wien das Goldene Doktordiplom und die österreichische Physikalische Gesellschaft ernannte ihn 1976 zu ihrem Ehrenmitglied.