William Shockley

Als Sohn amerikanischer Eltern wurde William Shockley in London geboren, kam im Alter von drei Jahren wieder nach Amerika zurück und wuchs in Kalifornien auf. 1932 erwarb Shockley den Grad eines Bachelor of Science am California Instituts of Technology und 1936 den Doktor der Physik am Massachusetts Institut of Technology aufgrund einer Arbeit über die Energie-Bandstruktur von Natrium-Chlorid. Nach Beendigung seiner Studien arbeitete er bei den Bell Laboratories.

Bereits 1939 begann Shockley mit Versuchen, Halbleiter als Verstärker und Gleichrichter zu entwickeln. Seine Forschungen wurden durch den Krieg unterbrochen und Shockley leitete die im Auftrag der Marine arbeitende Forschungsgruppe für die Abwehr von Unterseebooten an der Columbia University. Dafür wurde er 1946 mit einer Verdienstmedaille ausgezeichnet. 1945 kehrte er zu Bell zurück und in Zusammenarbeit mit dem theoretischen Physiker John Bardeen (1908-1991) und dem Experimentalphysiker Walter H. Brattain (1902-1987) gelang die Entdeckung des Transistors.

Im Unterschied zur bis dahin gebräuchlichen Elektronen-Röhre benötigte dieser weniger Strom, entwickelte weniger Hitze und war langlebiger und um vieles kleiner. 1953 wurde Shockley Direktor der Abteilung für Transistor-Physik; im Jahre 1955 verließ er Bell, um ein eigenes Halbleiterlaboratorium, die Shockley Transistor Corporation, in Kalifornien zu gründen. Im Jahr 1956 erhielten die drei Forscher für ihre Untersuchungen über Halbleiter und ihre Entdeckung des Transistoreffekts den Nobelpreis für Physik. Von 1958 bis 1960 übte er das Amt eines Präsidenten des von ihm gegründeten Unternehmens aus. Im Jahr 1958 wurde er an die Stanford Universität berufen. Shockley widmete sich in späteren Jahren der Erforschung von Energiebändern im Festkörper, der Ordnungszustände in Legierungen, der Selbstdiffusion in Kupfer sowie ferromagnetischen Bereichen und natürlich auch der Weiterentwicklung von Halbleitern.

Er erfuhr viele Auszeichnungen, so war er Ehrendoktor der Rutgers Universität und der Universität von Pennsylvanien. 1952 erhielt er den Morris-Liebmann-Memorial-Preis des Institutes der Radio-Ingenieure, 1953 den Oliver E. Buckley-Preis für Festkörperphysik der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft. Er war unter anderem Mitglied der Amerikanischen Akademie der Künste und Wissenschaften und der National-Akademie der Wissenschaften, die ihm den Cornstock-Preis verlieh.