Theodor von Kármán

Die Forschungen des Exner-Laureaten trugen wesentlich zu Verbesserungen in der fl ugtechnischen Aerodynamik bei. Er studierte Maschinenbau an der Königlichen Josephs-Universität für Polytechnik und Ökonomie in Budapest, wo er 1902 sein Diplom mit Auszeichnung ablegte. Im Jahr 1903 war er Hochschulassistent und arbeitet zugleich in der größten Fabrik für Elektromotoren und Generatoren (Ganz & Co) Budapests. Kármán erhielt 1907 ein Stipendium, was ihm den Wechsel nach Göttingen erlaubte, wo er 1908 promovierte.

In Göttingen arbeitete er mit dem zu dieser Zeit international bekannten Strömungsfachmann Ludwig Prandtl (Wilhelm-Exner- Medaille 1951) zusammen, er begann auch bereits seine Forschungsergebnisse über die nach ihm benannte Kármánsche Wirbelstraße zu publizieren. Diese besteht aus zwei Reihen von Wirbeln mit entgegengesetztem Drehsinn, die sich abwechselnd oben und unten am Körper ablösen. Bereits 1912 wurde er als Direktor des Aerodynamischen Institutes an die Technische Hochschule nach Aachen berufen. In dieser Funktion lieferte Kármán wichtige Impulse zur Grenzschichttheorie sowie zur Theorie der Tragfl ügelprofile. In der Aachener Zeit verfasste er auch eine umfassende Arbeit zur Theorie der Luftschrauben und eine andere über die Berechnung der Druckverteilung an Luftschiffkörpern. Auch die Entwicklung von Hubschraubern wurde von ihm vorangetrieben.

Im Jahr 1926 erhielt er vom Nobelpreisträger Robert A. Millikan (1868-1953) eine Einladung nach Pasadena (USA), um dort am Aufbau eines Aerodynamischen Instituts am California Institute of Technology mitzuarbeiten. 1929 übernahm er die Leitung des "Guggenheim Aeronautical Laboratory" und pendelte während dieser Zeit zwischen Aachen und den USA. Im Jahr 1933 ersuchte Kármán die Technische Hochschule Aachen um Beurlaubung, welche ihm auch mit der Bedingung, danach während eines ganzen Studienjahres anwesend zu sein, gewährt wurde.

Kármán, wiewohl er 1934 aus dem Staatsdienst entlassen wurde, erhielt vom deutschen Luftfahrtministerium ein Angebot, als Berater zu arbeiten, was er ablehnte und sich für seine Tätigkeit in den USA entschied. Dort leitete er bis zum Jahr 1949 das "Guggenheim Aeronautical Laboratory", das er zu einer der weltweit angesehensten Luftfahrt-, Lehr- und Forschungsanstalten ausbaute. Kármán war Mitglied in 55 wissenschaftlichen Akademien und Gesellschaften, 29-facher Ehrendoktor und erhielt 41 Auszeichnungen.