Albert Caquot

Ingenieur und Wissenschafter Albert Caquot absolvierte die renommierte Ecole polytechnique und die Ecole nationale des Ponts et Chaussees, wo er promovierte. Nach Studienende war er kurzzeitig bei der französischen Brückenund Straßenverwaltung beschäftigt. Im Jahr 1912 wurde er Teilhaber des Beratungs- und Bauingenieur-Büros Considère, Pelnard et Caquot.

Ab seinem Eintritt als Teilhaber in dieses Unternehmen konnte sich Caquot einen international bedeutenden Namen als Konstrukteur und Erbauer von Eisenbeton- und Betonbogenbrücken machen. Von ihm erbaute Brücken sind unter anderem die Pont de la Caille zwischen Allonzier-la-Caille und Cruseilles in der Haute- Savoie, die Pont sur la Penzec, die Eisenbahnbrücke in Treguier in der Bretagne sowie die Pont de la Tournelle über die Seine und die Pont Lafayette in Paris sowie die Georg-V.-Brücke über den Clyde in Glasgow. Caquot wurde auch für den Bau mehrerer großer Staudämme wie der zwischen 1930 und 1935 erbauten Talsperre Le Sautet im gleichnamigen Ort im Département Isère oder der 1932 fertigestellten Anlage la Selune in der Normandie sowie eines Staudamms in Madagaskar herangezogen.

Er veröffentlichte während dieser Zeit auch zahlreiche Werke auf den Gebieten der Festigkeitslehre, der angewandten Mathematik, des Betons und Eisenbetons, der Erdbaumechanik, der Ermüdungserscheinungen und der Baustatik. Seine Tätigkeit beschränkte sich nicht nur auf den Hochbau, sondern erstreckte sich auch auf Tiefbauarbeiten und schwierige Gründungen wie beispielsweise die Verdon Mole im Atlantischen Ozean sowie auf Untersuchungen des Erddruckes auf die Verkleidung von Tunneln.

Caquots Vielseitigkeit zeigte sich auch in dem Umstand, dass er maßgeblich bei der Konstruktion von Ballons, Lenkballons und später von Flugzeugen tätig war. So geht unter anderem auf ihn das so genannte Caquot-System zurück, welches er während des Ersten Weltkriegs für Aufklärungsballons entwickelte. Dieses System war so erfolgreich, dass es auch von der deutschen Armeeführung kopiert und bis nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Caquot war Präsident der Societe d`Encouragement pour industrie nationale, der Societe des Ingenieurs Civils de France, der Association francaise de normalisation und gehörte der Internationalen Organisation für Normung (ISO) an. Er war seit 1932 Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Paris und im Jahr 1953 deren Präsident sowie Träger einer Vielzahl von Ehrendoktoraten.