Sir John Douglas Cockcroft

Im Jahr 1951 wurde John Cockcroft gemeinsam mit Ernest Walton (1903-1995) mit dem Nobelpreis für Physik für die Pionierarbeit auf dem Gebiet der Atomkernumwandlung durch künstlich beschleunigte atomare Partikel ausgezeichnet. Seine Ausbildung begann er im Jahr 1914 mit dem Studium der Mathematik, welches durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen wurde. Danach wandte er sich an der Universität Manchester der Elektrotechnik zu, absolvierte eine zweijährige Lehre bei der Metropolitan Vickers Electrical Company und setzte 1924 sein Mathematikstudium fort, welches er erfolgreich abschloss.

Cockcroft arbeitete danach am Cavendish-Laboratorium, das von Ernest Rutherford (Wilhelm-Exner-Medaillenträger 1936) ge leitet wurde, zunächst mit Pjotr Kapiza (1894-1984) an der Erzeugung starker Magnetfelder und tiefer Temperaturen. Ab 1928 forschte er zusammen mit Walton auf dem Gebiet der Beschleunigung von Protonen. Von beiden Forschern wurde dazu eine Hochspannungskaskade, der Cockcroft-Walton-Generator, entwickelt und im Jahr 1932 waren sie bereits in der Lage Lithium und Bor zu zertrümmern, wodurch der Grundstein für die Entwicklung des Teilchenbeschleunigers gelegt wurde. Im Jahr 1934 übernahm er die Leitung des Royal Society Mond Laboratory in Cambridge und 1939 wurde er zum Professor für Naturphilosophie sowie im gleichen Jahr zum stellvertretenden Direktor für wissenschaftliche Forschung im Beschaffungsministerium ernannt.

Ab dieser Zeit begann er mit der erfolgreichen Erforschung des Radars und wurde 1940 zum Leiter des Air Defence Research and Development Establishment ernannt. Im Jahr 1944 ging Cockcroft nach Kanada, wo er das Kernforschungsinstitut des National Research Council in Montreal und das kanadische Forschungszentrum Chalk River leitete. Er kehrte 1946 nach England zurück und nahm die Position eines Direktors am Forschungsinstitut für Atomenergie in Harwell ein. Neun Jahre später erfolgte die Ernennung zum wissenschaftlichen Mitglied der britischen Atomenergiebehörde, die er später nur mehr zeitweise ausfüllte, da er zum Vor sitzenden des Churchill Colleges in Cambridge ernannt wurde. Sein Lebenswerk erfuhr zahlreiche Ehrungen, unter anderem erhielt er 1957 den Order of Merit, 1958 die dänische Niels-Bohr- Medaille, weiters die Hughes Medal der Royal Society, die Ewing Medal des Institute of Mechanical Engineers, die Royal Medal der Royal Society, die Faraday Medal des Institute of Electrical Engineers und die Kelvin Medal des Institute of Civil Engineers.