Fritz Feigl

Gemeinsam mit dem Nobelpreisträger Fritz Pregl (1869-1930) und Friedrich Emich (1860-1940) zählt Fritz Feigl, mit dem auch Emich zusammenarbeitete, zu den großen Mikroanalytikern, die Österreich hervorbrachte. Seine Arbeiten stellen eine bahnbrechende Erneuerung der chemischen Analysetechnik dar und ermöglichen auf vielen Gebieten der Technik und somit für die Industrieproduktion Anwendungen der Verbindung zwischen anorganischer und organischer Chemie.

Feigl studierte an der Wiener Technischen Hochschule zuerst Biologie und wechselte dann zur Chemie. Der Wechsel zur Chemie kam zustande, weil Feigl verärgert war, dass er eine Frage nach der quantitativen Zusammensetzung der Nährlösung für das Pflanzenwachstum nur unzureichend beantworten konnte, das motivierte ihn zum Studium der Chemie. Nach dem Ersten Weltkrieg, er erhielt fünf Kriegsauszeichnungen, war er am Zweiten Chemischen Institut der Universität Wien tätig. Ab dem Jahr 1919 arbeitete er als Assistent von Wilhelm Schlenk (1879-1943). Nach seiner Habilitation wurde er an der Universität Wien 1928 Privatdozent.

Die Ernennung zum Außerordentlichen Professor erfolgte im Jahr 1935. Feigl musste 1938 flüchten, zuerst nach Gent, wo er an der Société Belge de Recherches et de Étude wissenschaftlich arbeitete. Nach der Besetzung Belgiens war er abermals gezwungen unter schwierigsten Umständen zu flüchten und fand in Brasilien einen sicheren Ort. Das südamerikanische Land bemühte sich damals seit dem Jahr 1934 um ausgegrenzte und verfolgte deutsche und österreichische Wissenschafter/innen. Die Politik, europäische Immigranten für die brasilianische Forschung anzuwerben, wurde bis 1941 von der brasilianischen Regierung fortgesetzt, was auch Fritz Feigl eine erfolgreiche Flucht möglich machte.

In Brasilien leitete er von 1942 bis 1961 das Mikrochemische Laboratorium für mineralogische Produkte des Landwirtschaftsministeriums in Rio de Janeiro (Laboratório da Produção Mineral, Ministério da Agricultura). Aufgabe dieses von ihm geführten Instituts war es, die reichhaltigen brasilianischen Naturressourcen zu erforschen, um sie vermehrt nutzbar machen zu können. Bereits im Jahr 1944 wurde Feigl die brasilianische Staatsbürgerschaft verliehen. Gleichzeitig wurde er auch als Professor an die Universität von Brasilien berufen. In Österreich erfuhr Fritz Feigl im Jahr 1948 eine Ehrung durch die Technische Hochschule Wien, die ihn mit einem Ehrendoktorat auszeichnete.