Heinrich Sequenz

Der langjährige Geschäftsführer der Wilhelm- Exner-Stiftung studierte, nachdem er 1920 aus der Kriegsgefangenschaft in Sibirien heimgekehrt war, an der TH Wien Maschinenbau. Das Studium schloss er 1922 ab und promovierte zwei Jahre darauf. Zehn Jahre später habilitierte er sich in Wien, promovierte ein zweites Mal an der Technischen Hochschule Karlsruhe zum Dr. Ing., danach ein drittes Mal 1938 an der Universität Wien zum Dr. phil. Seit 1932 lehrte Sequenz als Privatdozent Maschinenbau an der Technischen Hochschule Wien.

Verhandlungen über eine Berufung an die Technische Hochschule München zerschlugen sich 1935, desgleichen lehnte er eine Berufung nach Graz ab. Im Jahre 1937 wurde er Ordentlicher Professor für Elektromaschinenbau an der Technischen Hochschule Stuttgart, 1939 an der Technischen Hochschule Wien. Zwischen 1939 und 1940 war Sequenz bei der Deutschen Luftwaffe kriegsverpfl ichtet. Danach nahm er seine Lehrtätigkeit an der TH Wien wieder auf , wo er zwischen 1942 und 1945 auch Rektor war. In der Wiederaufbauzeit arbeitete er als Berater für die ELIN AG und kehrte 1952 als Privatdozent an die TH Wien zurück, wo er 1954 abermals zum Professor für Elektrische Anlagen berufen und mit der Leitung des Instituts für Elektrische Anlagen betraut wurde. Der Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit lag auf dem Gebiet neuer Wellenentwicklung für Stromwendermaschinen. Heinrich Sequenz wurde im Jahr 1970 emeritiert.

Er war seit 1941 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien, zwischen 1938 und 1945, dann wieder ab 1950 Chefredakteur der Zeitschrift "Elektrotechnik und Maschinenbau". Weiters war er Vorsitzender, Mitglied oder Ehrenmitglied vieler wissenschaftlicher und technischer Gremien des In- und Auslands. 1958 erhielt er den Dr. Ing. E.h. der Technischen Hochschule Stuttgart, war Ehrensenator und Inhaber des Ehrenringes der Technischen Hochschule Wien, Inhaber des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich, der Goldenen Ehrenmünze des Österreichischen Ingenieur- und Architekten- Vereins und der Wiener Ehrenmedaille in Gold. Er veröffentlichte mehr als 50 wissenschaftliche Arbeiten, Zusammen mit Theodor Bödefeld (1898-1959) gab er 1942 das Buch "Wissenschaftliche Grundlagen der elektrischen Maschinen" heraus und wirkte auch an dem von 1950 bis 1953 erschienenen vierbändigen Werk "Die Wicklungen elektrischer Maschinen" mit.