Paul Schwarzkopf

Der Laureat Paul Schwarzkopf war einer jener Männer, die technische Innovationskraft und Unternehmertum in sich vorbildlich vereinigen. Er studierte Chemie an der Technischen Hochschule und an der Universität Berlin. In Berlin erhielt er die ersten Anregungen auf dem Gebiet der hochschmelzenden Metalle. Er promovierte im Jahr 1910 und wandte sich danach der Erforschung, Erzeugung und Verwendung der hochschmelzenden Metalle Wolfram und Molybdän zu. Schwarzkopf war einer der ersten Metallurgen, der sich der damals neu entstehenden Pulvermetallurgie zuwandte.

Er hat Eisen-, Wolfram- oder Molybdänpulver, das sich aufgrund der dazu benötigten hohen Temperaturen in üblichen industriellen Anlagen nicht schmelzen lässt, gesintert, also gebrannt, und die so entstehenden Blöcke zu Formstücken wie Bleche oder Drähte verarbeitet. Bereits ab dem Jahr 1911 organisierte Schwarzkopf die Herstellung von Wolfram und Molybdän bei dem Berliner Unternehmen Wolfram Laboratorium. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete er die Deutsche Glühlampenfabrik in Berlin und in den Niederlanden ein weiteres Unternehmen.

Im Jahr 1921 tätigte er seine bedeutendste Gründung, nämlich das Metallwerk Plansee, die heutige Plansee Group. In den Jahren 1929 bis 1931 wurde die Entwicklung auf dem Hartmetallgebiet vorangetrieben. Bedeutende Fortschritte wurden bei Hartmetallen wie Karbiden, Wolfram-Karbid, Tantal-Karbid und Titan-Karbid erzielt. Praktische Verwertbarkeit ist, dass metallbearbeitende Werkzeuge länger scharf bleiben, daher auch effektiver eingesetzt werden können. Während dieser Zeit expandierte Schwarzkopf und gründete Unternehmen in Großbritannien und den USA. Im Jahr 1936 wanderte Schwarzkopf in die USA aus, 1938 wurde das Unternehmen in Plansee enteignet.

Nach seiner Rückkehr im Jahr 1947 musste er bis zur Restitution noch fünf Jahre warten. In den Vereinigten Staaten errang Schwarzkopf auf dem Gebiet der Pulvermetallurgie eine führende Rolle als Wissenschafter und Techniker. Besonders bekannt wurde er durch Entwicklungen auf dem Gebiet der Hartmetalle, der porösen Werkstoffe und der Sinterstähle. Aufgrund seiner Verdienste erfuhr er eine Vielzahl von Auszeichnungen. Unter anderem erhielt er vom Stevens Institute of Technology die Goldene Medaille, von der TH Graz ein Ehrendoktorat und 1954 wurde er von der österreichischen Bundesregierung zum Baurat ernannt.