Eduard Heinl

Im Jahr der Auszeichnung mit der Wilhelm-Exner-Medaille war Eduard Heinl Vorsitzender des Aufsichtsrates des Creditanstalt- Bankvereins, Präsident der Liga der Vereinten Nationen, des Donaueuropäischen Instituts sowie Ehrenpräsident des österreichischen Exportförderungsinstituts. Als seit seiner Jugend christlichsozial geprägter Mensch war Heinl 1898 nach der Matura in den Dienst der Stadt Wien eingetreten. In den darauf folgenden Jahren arbeitete er als Sekretär des christlichsozialen Politikers und Ministers Albert Gessmann (1852-1920).

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde Heinl auf der Liste der Christlich-Sozialen Partei im Jahre 1919 in die Konstituierende Nationalversammlung gewählt und gehörte von 1919 bis 1934 dem österreichischen Nationalrat an. In dieser Funktion engagierte er sich nachhaltig in der Gewerbeförderung. So war er ab 1918 Direktor des Gewerbeförderungsinstituts der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie in Wien. Er war von 1920 bis 1921 Bundesminister für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten und danach ein zweites Mal zwischen 1930 und 1932 Bundesminister für Handel und Verkehr. Heinl erwarb sich besondere Verdienste durch die Gründung einer Fortbildungsschule für Hausbesorger, durch die Festsetzung der Statuten für den Niederösterreichischen Bauernbund und für den Gewerbebund, außerdem durch sein Eintreten für wirtschaftliche und politische Selbstbesinnung des Gewerbes. Auch der Ausbau der Hochschule für Welthandel in Wien geht zu einem beachtlichen Teil auf seine Initiative zurück. Er setzte außerdem auch eine seit langem von ihm geplante Reform der Gewerbeordnung durch und schuf darüber hinaus das Gewerbeförderungsinstitut. In den Jahren 1926 bis 1938 leitete er als Präsident die Österreichische Radio-Verkehrs-AG (RAVAG).

Zusätzlich zu seiner Beteiligung am Aufbau des Rundfunks engagierte er sich auch maßgeblich bei der Förderung der österreichischen Filmindustrie und dem Aufschwung der Wiener Mode in jenen Jahren. Mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus in Österreich wurde Heinl seiner Ämter enthoben und zog sich in den Jahren 1938 bis 1945 in das Privatleben zurück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Heinl sofort wieder politisch aktiv und bekleidete in der provisorischen Regierung Renner das Amt des Staatssekretärs für Industrie, Gewerbe, Handel und Verkehr, weiters wurde er 1946 zum Bundesminister für Handel und Wiederaufbau bestellt, ein Amt, das er bis zum seinem Wechsel in die Creditanstalt-Bankverein bis zum Jahr 1948 ausübte.