Guglielmo Marconi

Vor über 100 Jahren sandte Marconi die erste Funknachricht um die Welt und sein damaliger Versuch bildet bis heute die Grundlage für die mittlerweile nicht mehr aus dem Alltag wegzudenkenden Dienste wie Hörfunk, Fernsehen, mobiles Telefonieren oder auch Sprechfunkverkehr in der Schifffahrt und im Flugwesen.

Seine Schulausbildung absolvierte er in Bologna und Florenz. In Livorno besuchte er die Technische Berufsschule, um Physik zu studieren. Bereits als 21-Jähriger entwickelte Marconi die Idee, elektromagnetische Wellen für die drahtlose Telekommunikation zu nutzen. Seine Forschungen bauten auf den Erkenntnissen von Heinrich Hertz (1857-1894) auf. Dieser wies bereits 1888 in Laborversuchen die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen über kurze Strecken nach. Marconis Verdienst ist es, Erkenntnisse von Hertz für die praktische Nutzung adaptiert zu haben.

Da die italienische Regierung Marconi in seinen Forschungsarbeiten nicht unterstützen wollte, ging er 1896 nach England, wo er auch sein erstes Patent anmeldete. Das weltweite Interesse, das seine Erfi ndung inzwischen hervorrief, bewog die italienische Regierung, Marconi zu weiteren Experimenten nach Italien einzuladen. Im Juli 1897 begann die langjährige Zusammenarbeit mit der italienischen Marine in La Spezia (Ligurien).

Marconi blieb zugleich aber auch weiterhin in England tätig. Dort gründete er 1897 "Marconi`s Wireless Telegraph and Signal Company", die die Weiterentwicklung seiner Erfi ndung vorantrieb. So wurde im Jahr 1898 ein abgestimmtes System entwickelt, durch welches er das Problem der Interferenz zwischen mehreren Sende stationen löste. Bereits im Jahr 1902 wurde die neue Technik Radiotelegraphie zwischen Europa und den USA als regulärer Dienst angeboten. Marconi setzte seit dem Jahr 1904 seine Versuche im Langwellen- (1904) und ab dem Jahr 1916 auch im Kurzwellenbereich fort.

Unter den vielen ihm verliehenen Auszeichnungen sind der Nobelpreis für Physik im Jahre 1909, die Albert-Medaille der Royal Society of Arts, die Franklin-Medaille, die John Fritz-Medaille und die John Scott-Medaille, die ihm die USA für die Erfi ndung der drahtlosen Telegraphie verliehen, zu nennen. Im Jahr 1928 erfolgte die Berufung zum Präsidenten des italienischen Nationalrates für Wissenschaften und im Jahr 1930 wurde er Präsident der Königlich Italienischen Akademie der Wissenschaften, 1931 wurde er Mitglied der vatikanischen Pontifi kal-Akademie der Wissenschaften.