Carl Bosch

Carl Bosch vereinigte in sich den Wissenschafter und Industriellen. Er studierte in den Jahren 1894 bis 1896 Maschinenbau und Hüttenkunde an der Technischen Hochschule Charlottenburg und wechselte 1896 an die Universität Leipzig, wo er 1898 promovierte. Ein Jahr später trat er in die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF) in Ludwigshafen ein, die sich als erste Station seiner steilen Karriere erweisen sollte.

Sein eigentliches großes Arbeitsfeld fand Bosch, als die BASF im Jahre 1908 die von Fritz Haber im Laboratorium der Technischen Hochschule Karlsruhe entwickelte katalytische Hochdrucksynthese des Ammoniaks übernahm und Bosch beauftragt wurde, die Erfi ndung des Wilhelm-Exner-Preisträgers des Jahres 1929 zu einem großtechnischen Verfahren zu entwickeln.

Bosch gelang die kostengünstige Herstellung und Reinigung der beiden für die Ammoniaksynthese erforderlichen Gase, Stickstoff und Wasserstoff, aus den verwendeten Rohgasen Wassergas und Generatorgas. Er entwickelte schrittweise immer größere industrielle Fertigungseinheiten. Das von Bosch entwickelte Verfahren konnte dem während des Ersten Weltkriegs durch die englische Seeblockade verursachten Mangel an Stickstoff aus Chilesalpeter abhelfen. Dieser wurde vor allem für die Düngung, aber auch als Zementzuschlagstoff sowie zum Konservieren benötigt.

Binnen neun Monaten baute Bosch das Groß-Chemie-Werk Leuna auf, was gleichzeitig das Fundament für die weltweite Marktführerschaft der BASF in der Nachkriegszeit wurde. Bosch wurde 1916 in den Vorstand der BASF berufen und im Jahr 1919 Vorstandsvorsitzender der I.G. Farben. 1935 schied Bosch aus dem Vorstand der I.G. Farben aus und übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrats. Im Jahr 1937 wurde er Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.

1931 erhielt er gemeinsam mit Friedrich Bergius (Wilhelm- Exner-Medaille 1937) den Nobelpreis für Chemie für deren beider Verdienste um die Entdeckung und Entwicklung der chemischen Hochdruckverfahren. Weiters erhielt er die Bunsen- und Liebig- Medaille sowie die Grashof-Gedenkmünze und den Siemens- Ring des Deutschen Museums in München. Bosch erhielt aber auch Ehrendoktorate der Technischen Hochschule Karlsruhe, der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin, die der technischen Wissenschaften der TH München, war Ehrendoktor der Naturwissenschaften der Universität Halle-Wittenberg und Ehrendoktor aller Fakultäten der Technischen Hochschule Darmstadt.