Carl Hochenegg

Der Name des Wilhelm-Exner-Medaillenträgers von 1931 ist eng mit der Installation der elektrischen Straßenbeleuchtung mittels Bogenlampen in Wien, des elektrischen Betriebes der Straßenbahnen in Wien sowie der U-Bahn in Budapest und der Bergbahn Triest-Opˇcina verbunden.

Während seines Studiums besuchte er 1882 die von Oskar von Miller (Wilhelm-Exner-Medaille 1921) organisierte Elektrotechnische Ausstellung in München. Es gelang ihm den damals in Wien lehrenden Professor der Physik Vinzenz Pierre zu bewegen, im Herbst 1882 erste Vorträge über Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Wien zu halten. Hochenegg erhielt auch die Erlaubnis im Laboratorium Professor Pierres elektrotechnische Übungen durchzuführen.

Nach Abschluss seines Studiums trat Hochenegg im Jahr 1883 in Wien bei Siemens&Halske ein. Bereits im April 1884 wurde er von Werner Siemens (1816-1892) nach Berlin berufen und beauftragt, den Betrieb aller Abteilungen der Berliner Firma eingehend zu studieren. Ende 1884 kehrte er nach Wien zurück und wurde als stellvertretender Direktor mit der Leitung der Wiener Siemens- Abteilung für elektrische Bahnen und Zentralen betraut.

Die dabei gesammelten Erfahrungen verwertete er in den von ihm verfassten Sicherheitsvorschriften für die elektrischen Starkstromanlagen des Elektrotechnischen Vereines in Wien sowie bei der Herausgabe eines im Jahre 1891 erschienenen Werkes über "Anordnung und Bemessung elektrischer Leitungen".

Im Jahr 1899 wechselte Hochenegg von der Wirtschaft in die Lehre und folgte dem Ruf der Technischen Hochschule Wien. Hocheneggs Professur für Elektrotechnik war damals die erste und lange die einzige in der gesamten Monarchie. Als Professor war er maßgeblicher Anreger und Mitgestalter des im Jahr 1904 erbauten Elektrotechnischen Instituts.

Bei der 1903 erfolgten Aufteilung der einzelnen Lehrgebiete der Elektrotechnik übernahm Hochenegg die Lehrkanzel für Bau und Betrieb elektrischer Anlagen und elektrischer Arbeitsübertragung. Während des Studienjahres 1906/07 war er Rektor der Technischen Hochschule, in den Jahren 1909 bis 1910 Präsident des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins. Im Jahr 1917 wurde er zum Hofrat ernannt und ab dem Jahr 1917 war er Mitglied des Herrenhauses. Hochenegg emeritierte 1920 und wurde im Jahr 1928 mit dem Titel Dr. techn. h.c. von der TH Wien geehrt.