Johann Kremenezky

Johann Kremenezky besuchte die Technische Hochschule Berlin Charlottenburg, wo er gemeinsam mit Werner Siemens (1816-1892) und Alfred Krupp (1812-1887) studierte. Bereits während des Studiums arbeitete er bei Siemens & Halske. Nach Abschluss seines Studiums bewarb sich Kremenezky im Jahr 1877 als Chefi ngenieur bei der Pariser Société générale d�électricité. Grund dafür war, dass zu dieser Zeit in Paris die Jablochkoff-Kerze eingeführt wurde, die eine der ersten elektrischen Beleuchtungsmöglichkeiten war, die industriell hergestellt und flächendeckend zur Anwendung kam.

Kremenezky war für das französische Unternehmen auch in Deutschland tätig. Unter seiner Leitung kam es zur Ausstattung des Münchner Telegrafengebäudes mit einer elektrischen Lichtanlage. Im Jahr 1879 wurde der Beschluss gefasst die Sitzungssäle des Wiener Parlaments mit Jablochkoff-Kerzen zu beleuchten. Bedingung für Erteilung des Auftrags war es, den Wiener Volksgarten während der Sommermonate mit einer Beleuchtung zu versehen.

Nach Abschluss des Projekts machte sich Kremenezky selbstständig und gründete sein erstes Unternehmen, welches die ersten Wechselstrommaschinen erzeugte. Im Jahr 1882 kam es zur Gründung der ersten österreichisch-ungarischen Fabrik für elektrische Beleuchtung und Kraftübertragung, "Egger, Kremenezky & Co.".

Der Hauptgeschäftszweig lag in der Produktion von Dynamomaschinen und Bogenlampen. Die Glühlampenproduktion wurde exportiert. Im Jahr 1896 wurde das Unternehmen von den Siemens-Schuckert-Werken übernommen und Kremenezky mit der technischen Leitung betraut. Bereits 1899 legte er diese Funktion zurück und übernahm die Glühlampenproduktion in eigener Regie. Das Unternehmen erzeugte ab dem Jahr 1923 als eines der ersten auch Radiolampen. Kremenezky war Inhaber mehrerer Patente, darunter sein wichtigstes, nämlich das international verwendete Eisenbahn-Übersetzungssignal ohne Bahnschranken.

Mit Thedor Herzl (1860-1904) verband ihn eine Freundschaft und er zählt zu den Gründern des Zionismus. Auf sein Betreiben entstand der "Jüdische Nationalfonds", den er selbst bis 1907 leitete. Er gründete nach dem Ersten Weltkrieg in dem heute zu Israel gehörenden Gebiet eine Fabrik für elektrische Artikel sowie ein großes Ziegelwerk. Johann Kremenezky erfuhr vielfache internationale Ehrungen, er war Kommerzialrat und unter anderem Bürger der Stadt Wien, Ehrenmitglied des Elektrotechnischen Vereins sowie Ehrenbürger von Tel Aviv.