Heinrich Mache

Der Exner-Laureat gilt als Gründer des Instituts für Technische Physik an der Technischen Universität Wien, der er in den Jahren 1925 und 1926 auch als Rektor vorstand. Mache habilitierte sich nach Beendigung seines Studiums - unter anderem auch bei Ludwig Boltzmann (1844-1906) und Ernst Mach (1838-1916) - im Jahr 1902 als Privatdozent für Physik an der Wiener Universität. 1906 erfolgte seine Berufung nach Innsbruck. Zwei Jahre später wechselte er an die TH Wien, die Berufung zum Ordentlichen Professor erfolgte im Jahr 1911.

Maches Laufbahn ist gekennzeichnet von seinem Engagement in der wissenschaftlichen Forschung und auch seine Tätigkeit als aktives Mitglied der Universität. Von diesem Engagement zeugt sowohl seine Berufung zum Rektor als auch diejenige zum Dekan der Chemischen Fachschule der Wiener Technischen Hochschule in den schwierigen Kriegsjahren 1917 und 1918.

Maches wissenschaftliche Arbeit ist von einer großen Vielfältigkeit gekennzeichnet. Er spezialisierte sich vor allem auf die Wärmelehre und die Radioaktivität österreichischer Heilquellen. Die nach ihm benannte Mache-Einheit diente zu seiner Zeit als Standard zur Beschreibung der Aktivität radioaktiver Heilwässer. Mache führte auch Experimente zu Emanationsbestimmungen durch. Darunter sind Untersuchungen zu der Zahl der vom Radium in Heilwässern ausgesendeten Alpha-Teilchen zu verstehen. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen "Die im Gasteiner Wasser enthaltene radioaktive Emanation" und "Böhmische Bädergruppen".

Zusätzlich zu seinem Spezialgebiet publizierte Mache aber auch in verschiedenen nationalen und internationalen physikalischen und chemischen Fachzeitschriften. Auf diesem Gebiet war er auf die Erforschung der Verbrennungsgeschwindigkeit von Gasen bei Explosionen spezialisiert. Ausschlaggebend für die Verleihung der Wilhelm-Exner-Medaille war zusätzlich zu den wissenschaftlichen Verdiensten der Umstand, dass die von ihm erarbeiteten Forschungsergebnisse und Anregungen zu einem großen Teil auch von der Industrie verwertet weden konnten.

Würdigung erfuhr Maches langjährige umfangreiche wissenschaftliche Arbeit über die Verleihung der Wilhelm-Exner-Medaille hinaus auch dadurch, dass er 1925 durch die Verleihung des Hofratstitels ausgezeichnet und im gleichen Jahr zum korrespondierenden Mitglied der Wiener Akademie der Wissenschaften gewählt wurde, deren wirkliches Mitglied er dann seit 1927 war.