Hugo Junkers

Hugo Junkers zeichnete sich durch sein außerordentliches Ingenieurstalent aus. Von ihm erhielten sowohl der Flugzeugbau als auch die Technologie der bis heute unter seinem Namen hergestellten Heizungs- und Warmwasser-Thermen innovative Impulse.

Nach dem Abitur arbeitete er zwei Jahre in dem Rheydter Werkzeugmaschinenbetrieb, studierte danach an der TH Berlin und TH Karlsruhe. In Berlin wurde sein Interesse auf die thermodynamischen Probleme von Verbrennungskraftmaschinen gelenkt.

Ein Jahr nach Studienabschluss,1888, gründete Junkers in Dessau eine Versuchsstation für Gasmotoren, um eine geeignete Antriebsmaschine zur Elektroenergieerzeugung zu konstruieren. Zur Feststellung des Gas-Heizwerts erfand er 1893 das Kalorimeter und ließ es patentieren.

Ausgehend davon entwickelte Junkers Gasbadeöfen und Gasthermen. Dieser Geschäftszweig war der gewinnträchtigste in seiner unternehmerischen Laufbahn. In den Jahren 1897 bis 1912 wirkte er an der TH Aachen als Leiter des neu gegründeten Maschinenlaboratoriums. Junkers Interesse für den Flugzeugbau geht bis in das Jahr 1909 zurück, ab dieser Zeit entwickelte er ein völlig neues Prinzip der Tragfl ächengestaltung und eine Luftschraube. 1914 erhielt er den Auftrag, ein Metall-Flugzeug zu konstruieren, dieses startete 1915 zum Erstfl ug. Ab dem Jahr 1916 ersetzte er, um Gewicht zu sparen, das Eisenblech durch Aluminium.

Die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs ließen Junkers zum Pazifi sten werden. Aus diesem Grund wandte er sich ausschließlich der Entwicklung und dem Bau von Verkehrsfl ugzeugen zu. Rüstungsaufträge wurden von ihm kategorisch abgelehnt.

Ein erster Versuch Junkers zu verdrängen wurde 1932 gestartet, nachdem die Nationalsozialisten in Anhalt in die Regierung eintraten. Junkers, der die Flugzeugwerke mit den Gewinnen aus der Thermenproduktion quersubventionierte, verkaufte die Thermensparte an Bosch und verlängerte damit seine Unabhängigkeit um ein Jahr. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers kam es - ohne finanzielle Gegenleistung - zu der erzwungenen Übergabe des Unternehmens. Sein Bewegungsspielraum wurde auf München und Bayrisch-Zell eingeschränkt, er selbst wurde von der Gestapo überwacht. In München gründete er erneut eine Forschungsanstalt, deren Aufgabe es war, industriell gefertigte Metallhäuser zu entwickeln und zu produzieren.