Carl Auer von Welsbach

Der Exner-Laureat Carl Auer von Welsbach zählt zu jenen Wissenschaftern, die ihre Erfindungen auch selbst industriell verwerteten. Er begann nach Ableistung des Militärdienstes ab dem Jahr 1878 sein Studium an der Technischen Hochschule Wien. Im Jahr 1882 promovierte er an der Heidelberger Ruperta-Carola-Universität zum Doktor der Philosophie. Bereits ab dem Jahr 1883 forschte er über seltene Erden und veröffentlichte im gleichen Jahr darüber seine erste Abhandlung, "Über die Erden des Gradolinits und Ytterbery". Darin beschreibt er ein neues Verfahren zu deren Trennung. 1885 gelang Auer-Welsbach mit Hilfe des zuerst von ihm angewandten Verfahrens der fraktionierten Kristallisation die Spaltung des Dyelins - Dyelin wurde bis dahin als ein Element angesehen - in die Elemente Praseodym und Neodym.

Auer von Welsbach erfand eine Methode, mittels der er einen Baumwollstrumpf mit den Salzen dieser seltenen Erden tränken konnte. Das war der erste Schritt zur Erfindung des "Gasglühlichts", welches 1891 verbessert und patentiert wurde. Die Bezeichnung Gasglühlicht geht auf den Journalisten und Herausgeber des Neuen Wiener Tagblatts, Moritz Szeps (1835-1902), zurück, der im Jahr 1886 den Begriff nach der erfolgreichen Präsentation im Nieder - Österreichischen Gewerbeverein prägte. Ebenso optimierte Auer von Welsbach die elektrische Glühlampe.Durch den Einsatz von Osmium und Wolfram entwickelte er die Osram-Metallfaden-Glühlampe. Sie wies eine größere Lichtausbeute und längere Lebensdauer auf und war die erste fabrikmäßig , unter dem Namen "Auer-Oslicht" hergestellte Glühlampe.

Im Jahr 1898 verlegte er seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten nach Treibach in Kärnten. Er fand drei Legierungen, wobei sich aber nur eine am Markt durchsetzen konnte, nämlich ein einfach herzustellendes Erdmetall, das Cer-Eisen. In Kärnten wurde diese wichtige Erfindung industriell für die Herstellung künstlicher Feuersteine, die bis heute in allen Feuerzeugen Verwendung finden, verwertet. 1907 gründete er in Kärnten die Treibacher Chemischen Werke. Ab dem Jahr 1910 arbeitete er an chemischen Trennungen auf dem Gebiet radioaktiver Stoffe.

Carl Auer von Welsbachs grundlegende Erfindungen wirken bis heute fort. Die von ihm entdeckten Elemente finden Anwendung beim Färben von Gläsern, in keramischen Farbstoffen, in Zündsteinen, Superlegierungen, Lasern und als Hochleistungsmagnete in Elektromotoren, Lautsprechern und Kopfhörern.